Fit ins Bankgespräch...

Oft laufen Bankgespräche nicht wie gewünscht – Linien werden gekürzt, die Konditionen verschlechtert oder es droht sogar eine Kreditkündigung. – Was habe ich da falsch gemacht? – ist eine häufige Frage des Betroffenen.

Richtig vorbereitet laufen Bankgespräche wesentlich effizienter ab und führen meist auch noch zu einer Konditionsoptimierung. Die häufigsten Probleme liegen darin begründet, dass die Kommunikation zwischen Banker und Kreditnehmer für beide Seiten nicht wunschgemäß erfolgt. Der Banker verlangt handfeste Fakten, man selbst beherrscht sein Metier perfekt, doch im Zahlendschungel packt einen häufig der Frust. Der Griff zum Steuerberater ist in diesem Fall meist 2. Wahl, da dieser wiederum auf den Bereich Steuern spezialisiert ist und bei der höheren Finanzmathematik selbst überfordert ist.

Was Ihnen in dieser Situation fehlt ist ein echter Fachmann, der Ihre Interessen vertritt, doch zuvor müssen Sie sich Ihren Hausaufgaben stellen:

1. Informationen abrufen

a) Schufa

b) Creditreform

Gem. BDSG steht Ihnen jeweils jährliche eine kostenfreie Auskunft über die von Ihnen gespeicherten Daten zu. Nutzen Sie diese Regelung, um ggf. fehlerhafte Daten zu berichtigen.

2. Eigendarstellung

a) Selbstauskunft

b) Vermögensbilanz

c) Lagebericht

d) …

Eine Selbstauskunft müssen Sie i.d.R. im Erstkontakt und je nach Geschäftsumfang jährlich Ihrer Bank vorlegen. Zieren, Lügen und Verschleppen hilft da nix, sonst wird aus falscher „Diskretion“ schnell ein Eigentor!

3. Bonität

a) Kreditwürdigkeit

b) Kreditfähigkeit

Die meisten Kreditnehmer meinen, dass eine gute Versorgung mit Sicherheiten ausreichend ist. Das ist allerdings nur eine Hürde, die bei Bankverhandlungen zu nehmen ist; schließlich muss der Banker ja sicherstellen, dass Sie die getroffenen Vereinbarungen auch über die Gesamtlaufzeit einhalten. Störungen im Zahlungsfluss sind schließlich für beide Seiten unangenehm. Die meisten Kreditnehmer können beide Punkte jedoch nur schwer einschätzen, da sie sich über Ihre wahren Werte und Verpflichtungen kaum bewusst sind.

4. Zweckbindung

a) Investition

b) Umschuldung / Prolongation

c) Sanierung

d) …

Je nach Finanzierungszweck werden weitere fundierte Unterlagen benötigt. Diese reichen vom einfachen Businessplan bis zu umfangreichen Sanierungskonzepten nach IDW ES 6.

5. Finanzierungsart

a) Eigenfinanzierung

b) Kreditfinanzierung

c) Fördermittelfinanzierung

d) Leasing

e) …

Die Art und Weise, wie das Finanzierungspaket geschnürt werden soll, hängt vom Bedarf, den liquiden Möglichkeiten und im Falle der Fördermittelfinanzierung auch der Einhaltung bestimmter Formalien ab. Wer hier schlampt, zahlt i.d.R. drauf oder geht wohlmöglich den netten Worten des Bankers ins Netz (der muss schließlich verkaufen und nicht beraten!!!). Insgesamt warten viele Fettnäpfchen auf Sie, die Sie mit einem versierten Berater gut umschiffen können. Gut vorbereitet kaufen Sie Ihre Konditionen besser ein, da spielt das Beraterhonorar bei üblichen Einsparungen in 5- bis 6-stelliger Höhe auf die Gesamtlaufzeit gesehen, eine eher untergeordnete Rolle.

Machen Sie Ihre Hausaufgaben jetzt und lassen sich anständig beraten – dabei sind Sie bei mir in kompetenten Händen. Ich unterstütze Sie gerne.

© 01.03.2011, Carsten Geis

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