Unternehmensnachfolge

Wenn der Generationswechsel optimiert werden soll

Die Unternehmensnachfolge wird von vielen Unternehmern erfolgreich verdrängt. Leider mit der Folge, dass im Bedarfsfall unüberlegte und mitunter teuere Lösungen umgesetzt werden, die i. d. R. keinen der Beteiligten richtig glücklich macht. Deshalb ist es sinnvoll sich schon möglichst frühzeitig mit dem Thema auseinander zu setzen.

In der Praxis lässt sich dies als Phasenmodell wie folgt darstellen:

Unternehmensnachfolge - Unternehmensberatung Carsten Geis

1. Vorphase

In der Vorphase steht die private Lebensplanung der Senioren im Vordergrund. Hier gilt es zu klären ob, wann, an wen und wie das Unternehmen zu übergeben ist. Dabei sind neben den Verlust- und Vertrauensängsten der Senioren die Vorsorgenotwendigkeiten für den Ruhestand zu bedenken.

Diese Planungsphase muss der Unternehmer weitgehend selbst entscheiden und sollte sich für spezielle Teilbereiche kompetente Hilfe und Unterstützung besorgen, da die Berechnung der Versorgungslücken und die Aufbereitung der "Ängste" von dritter Seite aus besser und unabhängiger unterstützt werden kann. Schließlich wird sich der Einzelunternehmer in der Praxis nur ein- oder zweimal in seinem Unternehmerleben mit diesem Fragenkomplex beschäftigen.

Besondere Aspekte der Vorphase:

  • Ableitung der eigenen Wünsche für die Unternehmensnachfolge
  • Ableitung des Ruhestandsszenarios
  • Herstellung eines realistischen Bilanzbildes
    (Hierzu sind mind 3 Jahre erforderlich)
  • Ableitung eines Anforderungsprofils für den Nachfolger
  • Auswahl des Nachfolgers
    (Junior oder Verkauf an einen Dritten)
  • Vorbereitung des Nachfolgers auf die Unternehmensnachfolge
    (Schulung, Informationsaustausch, Visionsabgleich)

2. Prozeßphase

Hier gilt es die in der Vorphase erarbeiteten Punkte auf den Weg zu bringen. Im Wesentlichen betrift dies die Aspekte des Wissenstransfers, der Finanzierung und der Altersvorsorge für den Senior sowie den Visionsabgleich und den Einstieg in die Duale Übergangsphase für den Junior.

Jetzt tritt die Nachfolge in eine wirklich spannende Phase ein. Der Senior muss lernen sukzessive an seinen Rückzug heranzugehen und der Junior muss mehr und mehr in die Verantwortlichkeit seiner Position hereinwachsen. Für diese Phase ist die Begleitung durch einen Coach bzw. Berater von Vorteil, der quasi als anerkannter Schlichter zwischen den Parteien vermittelt. Ebenso gilt es die anstehenden juristischen und steuerlichen Fragen zu klären und zu optimieren.

Besondere Aspekte der Prozeßphase:

  • Geregelter Rückzug des Seniors
    (möglichst mit festem Übergabezeitpunkt)
  • Sukzessiver Aufbau des Juniors
  • Prüfung der juristischen Aspekte
    (Rechtsform, Schenkungs- und Erbrecht, Gesellschaftsrecht)
  • Prüfung der steuerlichen Aspekte
    (Versteuerung stiller Reserven, steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten)
  • Prüfung der betrieblichen Aspekte
    (Ertragskraft, Firmenwertermittlung, Finanzierungsoptionen, Fördermöglichkeiten)

3. Übergabephase

Bei der Übergabe sollte ein harter Schnitt erfolgen. Dem Senior gilt es Dank für sein Engagement zu zollen und der Junior ist jetzt voll in der eigenständigen Verantwortung. Das Phänomen "Viele Köche verderben den Brei" gilt es tunlichst zu vermeiden.

Die Öffentlichkeit/Kunden ist/sind auf diesen bedeutenden Entwicklungsschritt angemessen hinzuweisen. Z.B. durch Sonderverkäufe, Tag der offenen Tür, persönliches Anschreiben, Presseberichte, etc. Ziel dieser Aktionen ist nebem Informationstransfers über die Übergabe vor allen Dingen die Einstimmung der Betroffenen auf die neue Unternehmensvision - Wie wird das "alte" Feuer weitergetragen oder gabs gar eine Revolution? Der Kunde muss erfahren, mit wem er es zu tun hat und worauf er sich zukünftig einläßt. Fehler in diesem Bereich werden i. d. R. mit Abwanderung quittiert, was für den Nachfolger zu erheblichen Umsatzlücken führen kann.

Besondere Aspekte der Übergabephase:

  • Umfassende Kunden- und Lieferanteninformation
  • Rechtlicher Übergang des Unternehmens auf den neuen Eigentümer
  • Ggf. Beratervertrag für den Senior

4. Nachphase

In der Nachphase gilt es selbstkritisch zu prüfen, ob alle Ziel erreicht worden und ob ggf. im einen oder anderen Bereich Korrekturen notwendig sind. Letztlich sollte an dieser Stelle für alle Beteiligten das Gefühl einer Win-Win-Situation erreicht sein.

Alternativen

Ist der Senior nicht willig oder steht kein geeigneter Nachfolger zur Verfügung, so bieten sich selbstverständlich weitere Alternativen an:

  • Unternehmensverkauf an einen Dritten
  • Räumungsverkauf mit anschließender Geschäftsstillegung
  • Malochen bis der Tod eintritt

Diese Alternativen werden immer noch häufig ausgelebt, obwohl die Sinnhaftigkeit eines solchen Tuns fraglich ist. Deshalb möchte ich Ihnen eine vorausschauende Unternehmensplanung empfehlen, die Ihnen hilft möglichst frühzeitig alles in trockenen Tüchern zu haben, damit Sie Ihren Lebensabend sinnerfüllt genießen können.

Durch meine tägliche Beratungsarbeit bin ich mit dem Gesamtthema gut vertraut und kann Sie durch alle Phasen unterstützend begleiten. Rufen Sie an, ich helfe Ihnen gerne weiter.

© 23.05.2007, Carsten Geis

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