Häufige Fragen (FAQ)

Controlling

Bestandsveränderung und Rohertrag

Um den realen Rohertrag auszuweisen ist es notwendig, die fakturierten Umsätze um den Wareneinkauf zu kürzen und sodann eine Bestandserhöhung hinzu bzw. eine Bestandsminderung abzuziehen. Was oft zu Verwirrungen führt ist, dass Bestandserhöhungen die Liquidität schmälern, das betriebswirtschaftliche Ergebnis hingegen erhöhen; das Lager wird so quasi als separater "Lieferant" dargestellt. Im Idealfall tendiert die Bestandsveränderung gegen Null.

Wareneinkauf - Wareneinsatz

Beide Begriffe werden gerne analog verwendet, sind in ihrer Aussage jedoch sehr unterschiedlich. Der Wareneinkauf ist der Wert der fakturierten Einkaufsrechnungen im Berichtszeitraum. Der Wareneinsatz hingegen der um die Bestandsveränderung berichtigte Einkaufswert. (s.o. Bestandsveränderung)

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Finanzierung

Bewertungswillkür der Banken bei Warenlager und Forderungen eingeschränkt

Mit Urteil GSZ 1/97 und GSZ 2/97 vom 27.11.1997 hat der BGH die Bewertungswillkür der Banken in Sachen Sicherungsübereigung von Waren und Forderungen eingeschränkt. Der BGH unterstellt, dass bei einer Abtretung von über mehr als 150% der Forderungssumme als Übersicherung zu werten ist und ein Rückgabeanspruch an den Schuldner besteht. Bitte achten Sie Ihren Bankverhandlungen darauf, dass dieser Wert nich überschritten wird. Viele Banken legen Wertansätzen von 200% bis 300% zugrunde, so dass eine Nachverhandlung / Rückforderung durchaus lohnend ist.

Überweisungsrückgabe ohne Gebühr

Mit Urteil XI ZR 5/97 hat der BGH die Banken dazu verpflichtet, nicht durchgeführte Aufträge (Überweisungen / Lastschriften) auf Grund fehlender Kontodeckung kostenfrei zu bearbeiten. Eine Gebühr ist unzulässig, da die Bank ausschließlich im Eigeninteresse handelt.

Umsatzsteuerbefreiung von Zinsen

Einige Banken stellen ihren Kunden für Zinsen und Dienstleistungen MwSt. in Rechnung, obwohl das UStG hierfür gem. §4 Abs. 8 ausdrücklich eine Befreiung vorsieht (Ein Verzicht ist gem. §9 Abs. 1 UStG zwar möglich, aber unüblich). Wird Ihnen die MwSt. in Rechnung gestellt, so entstehen zweierlei Konsequenzen. Erstens: Die Wertstellung der MwSt. entspricht dem Buchungsdatum - Hierdurch entsteht Ihnen ein Liquiditätsnachteil, der ggf. mit hohen Sollzinsen belegt wird, da der Ausgleich erst mit der nächten Vorsteuerabrechnung erfolgt (bei Dauerfristverlängerung i.d.R. 75 Tage). Zweitens: Die Wertstellung der MwSt. wird in die Zukunft verlagert - Hierdurch sind bei Bilanzierung entsprechende Abgrenzungsbuchungen notwendig, die zu entsprechenden Mehrkosten bei Ihrem Steuerberater führen und der Saldo auf Ihrem Kontoauszug stimmt dann auch nicht mehr, da Belastungen (MwSt.) ausgewiesen werden, die erst später wirksam werden, was mitunter zur "unberechtigten" Rückgabe von Lastschriften führen kann. Fazit: Sie sollten dieser unnötigen Verrechnung widersprechen und bei Kreditneuabschlüssen oder -prolongationen auf die Unwirksamkeit dieses Verfahrens achten.

Vorfälligkeitsentschädigung

Die Rechte der Kreditnehmer werden zunehmend geschützt. In einem Urteil (AZ: XI ZR 285/03) hat der Bundesgerichtshof die unberechtigte Vorteilnahme der Banken verworfen. Berechnungszins für die Ableitung des Vorfälligkeitsentgelts sind die Renditen aus der Kapitalmarktstatistik der Bundesbank und nicht der weit ungünstigere Pfandbriefindes, etc. [Stand 30.11.2004]

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Organisation

Kassensysteme

Hin und wieder werde ich gefragt, wer zuverlässige und gleichzeit auch preiswerte Kassensysteme anbietet. Im Bedarfsfall wenden Sie sich bitte an Thomas Erlhoff, Hochstraße 95, 59192 Bergkamen (Tel: 02307/984233) [Stand 1.1.2002]

Möbel aufbereiten

Viele Tresen und Geschäftsmöbel werden mit der Zeit unansehnlich, dann wird der Schreiner bestellt, geschliffen, gespachtelt und lackiert... - Beim Lackieren sollte man sich jedoch besser an einen Autolackierer wenden. Diese verwenden Hartlacke, die die Oberflächen deutlich widerstandsfähiger machen. Glasablagen sollten so konstruiert sein, dass man die Scheiben möglichst einmal im Jahr auswechseln kann, damit das Image nicht leidet.

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Rechtsfragen

Bareinnahmen und Schwarzgeld

Mit dem BMF-Erlass VI D2-S0315-9/04 verpflichtet das Bundesfinanzministerium alle Unternehmer Bareinnahmen von über 15.000 Euro detailliert aufzuzeichnen, so dass diese von einem Betriebsprüfer lückenlos nachvollzogen werden können. Es sind zu benennen: Art/Inhalt des Geschäfts (z.B. Kauf von ...) sowie Name und Anschrift des Vertagspartners. Für die ordnungsgemäße Abwicklung wird der Geschäftsführer in die Pflicht genommen.

Freistellung kostenlos

Mit Urteil 1 BvR 1821/97 hat das Bundesverfassungsgericht die Banken dazu verpflichtet, Freistellungsaufträge kostenfrei zu bearbeiten. Eine Gebühr ist unzulässig, da die Bank eine Arbeit erledigt, die ihr vom Staat auferlegt wurde.

Gutscheine verfallen nach 3 Jahren

Mit Urteil 12 O 22084/06 stellte das LG München I fest, dass die Ansprüche aus Gutscheinen (Geldwerte) erst nach 3 Jahren verjähren. Sie sollten deshalb über ausgegebene Geschenkgutscheine entsprechend Buch führen und nach 3 Jahren die nichteingelösten Werte als neutralen Ertrag einbuchen. - Hinweis! Gutscheine sind Sonder- bzw. Treuhandvermögen mit unbekanntem Gläubiger und keine Einnahmen; hierzu werden sie erst, wenn der Gutschein für den Wareneinkauf eingelöst wird. (Ähnliches gilt auch für nicht abgeholte Reparaturen!) Die steuerlichen Konsequenzen und praktische Verbuchung sollten Sie mit Ihrem Steuerberater abklären.

Internethandel mit Luxusgütern

Die EU-Wettbewerbskommission hat entschieden, dass der Vertrieb von Luxusartikeln (hier Yves Saint Laurent) über das Internet nicht behindert werden darf, auch wenn über entsprechende Konzessionsverträge der Vertriebsweg der Produkte auf den Fachhandel beschränkt ist (Handelsblatt v. 18.05.01)

Kreditkartenmißbrauch

Mit Urteil 30 C 1219/94-47 hat das AG Frankfurt Kreditkarteninhaber berechtigt, nach einer ungerechtfertigten Belastung ihres Kontos sofort einen Anwalt mit der Vertretung ihres Anspruchs zu beauftragen, wobei die Kosten dem Kreditkartenunternehmen in Rechnung gestellt werden können.

Mietbürgschaften

sind für Mieter und Vermieter i.d.R. vorteilhafter als eine Mietkaution. Was viele jedoch außer acht lassen sind folgende Regelungen, die der Vermeiter in der Bürgschaftsurkunde verbrieft haben sollte: Die Mietbürgschaft sollte unbefristet, unwiderruflich und selbstschuldnerisch erbracht werden, unter Verzicht auf die Einrede der Anfechtbarkeit, der Aufrechenbarkeit und der Vorausklage sein, sie sollte überdies unter Verzicht auf die Befreiung durch Hinterlegen (bei Gericht) auf erstes Anfordern in Anspruch genommen werden können. Fehlt eine dieser Regelungen, sollten Sie als Vermieter auf eine neue Vereinbarung hinwirken.

Parken im Anliegerbereich

Mit Urteil AZ 6070 Js 9503/95 hat das AG Kaiserslautern den Bußgeldbescheid wegen Falschparkens in einem Anliegerbereich für nachweisliche Besucher verworfen. Demnach ist es Besuchern von Anliegern auch ohne besondere Genehmigung erlaubt ihr Fahrzeug in solchen Bereichen abzustellen.

Untervermietung - Sonderkündigungsrecht

Lehnt der Vermieter auf Anfrage des Mieters generell eine Untervermietung ab, ohne irgendwelche Einschränkungen zu machen, so kann der Mieter auch bei langfristigen Mietverträgen gem. § 549 BGB Abs. 1 Satz 2 mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen. LG Waldshut-Tiengen AZ 2 S 55/97 vom 23.10.1997 und LG Gießen AZ 1 S 533/96 vom 16.04.1997

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Sonstiges

Saumagen

Immer wieder werde ich gefragt, was Saumagen ist. Hier nun die Zusammensetzung eines typischen Pfälzer Saumagens für 10 Personen: 1200g extrem mageres Schweinefleisch, je zur Hälfte vom Nacken und vom Schinken. 900g gekochte und gewürfelte Kartoffeln der festkochenden Sorte Quarta. 900g Schweinemett, dazu Salz, Pfeffer, Koreander, echt Thüringer Majoran. Beim Metzger einen leeren geputzten Saumagen bestellen. Die Masse einfüllen, den Saumagen zubinden und dreieinhalb Stunden bei 70°C garen. Nach dem Abkühlen aufschneiden, in dicke Scheiben schneiden und beiderseits knusprig braun anbraten. Dazu Sauerkraut und Kartoffelbrei reichen. - Und natürlich den Pfälzer Riesling nicht vergessen.

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