Kreditfinanzierung mit Lebensversicherung

Haben Sie Ihre Kredite mit einer Lebensversicherung finanziert?
Dann kann folgende Problematik für Sie auftreten:

Hintergrund:

Die Aktienmärkte sind zusammengebrochen, die Verzinsung von Renten sind im Keller, folglich mussten die Renditen der Lebensversicherungen deutlich nach unten angepasst werden.
Konnten im Jahr 2000 noch Lebensversicherungsrenditen von über 7,5 Prozent erzielt werden, so muss man heute froh sein, wenn diese über 5 Prozent liegen.
Die aktuelle Nettorendite aller Kapitalanlagen beträgt zur Zeit ca. 2,1 Prozent, so dass ein weiterer Abfall der LV-Renditen sehr wahrscheinlich ist.

Konsequenz:

Wer seine Kreditfinanzierung mit endfälliger LV-Tilgung versehen hat, muss ggf. mit deutlichen Finanzierungslücken rechnen.

D.h., zum geplanten Laufzeitende erwartet Sie nun, statt des wohlverdienten Ruhestandes, eine kräftige Finanzierungslücke, die es zu schließen gilt.

Erster Lösungsschritt - Eliminierung der Renditekiller:

Zahlen Sie Ihre LV-Rate monatlich, so müssen Sie Prämienaufschläge von bis zu 5 Prozent in Kauf nehmen. Bei jährlicher Zahlung beträgt der Aufschlag 0 Prozent.

Soweit Sie Ihre LV fortführen, prüfen Sie ob eine jährliche Zahlung für Sie möglich ist.

Überlegen Sie, ob eine ggf. vorhandene dynamische Anpassung entfallen kann. Mit der Dynamisierung der LV werden Ihre Beiträge an das steigende Todesfallrisiko angepasst, so dass unterm Strich die Rentabilität Ihrer LV sinken kann.

Zweiter Lösungsschritt - Beitragsfreistellung:

Eine vorzeitige Auflösung Ihrer LV ist in der Regel nicht ratsam.
Bei Verträgen mit einer Laufzeit von unter 12 Jahren ist die Steuerfreiheit gefährdet. Und bei Verträgen mit geringer Restlaufzeit verlieren Sie bestimmte Gewinnanteile, so dass es insgesamt sinnvoll sein kann, eine unrentable Lebensversicherung bis zur Endfälligkeit beitragsfrei zu stellen.

Dritter Lösungsschritt - Schließung der Finanzierungslücke:

Lassen Sie durch einen kompetenten Berater Ihre individuelle Finanzierungslücke ermitteln.
Hieraus lassen sich folgende Handlungsalternativen ableiten:

a) Sie führen Ihre LV normal weiter und vereinbaren eine Regeltilgung auf das Bankdarlehen in Höhe der Finanzierungslücke zzgl. einem zu erwartenden Risikoaufschlag.

b) Sie stellen Ihre LV beitragsfrei. Nun muss die Annuität für die Restschuld abzüglich der voraussichtlichen Ablaufleistung der beitragsfreigestellten LV ermittelt werden. Nun bezahlen Sie Ihre "LV-Rate" als Tilgungsleistung und erzielen damit fast automatisch eine höhere Rendite. Zum Beispiel: Ihr Darlehenszins liegt bei 8 Prozent, die LV-Verzinsung liegt bei 5 Prozent, ergibt eine Einsparung von ca. 3 Prozent auf jede Ratenzahlung (ohne Zinseszins).

Für dieses komplexe Thema empfehle ich eine kompetente Kurzberatung, um Ihnen unliebsame Überraschungen in der Zukunft zu ersparen. ERFA-Mitglieder können im kennwortgeschützten Formularbereich hilfreiche Checklisten zum Thema herunterladen.

Wenn Sie möchten, helfe ich Ihnen gerne weiter.

© 16. August 2003, Carsten Geis

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